Eine Landschaft entsteht

Ingrid Käser, Kursleiterin Gestaltung in der VHS, zeigt in ihren fünf Beiträgen vielfältige Möglichkeiten zur Umsetzung des eigenen Ausdrucks mit verschiedenen Materialien. In einzelnen Schritten werden Sie angeleitet, damit Sie Ihre persönliche Bildkomposition umsetzen können.

Sie gestalten ein Landschaftsbild mit verschiedenen Papieren und Aquarell oder Tusche.

Der Aufbau ist einfach, jedoch etwas zeitintensiv, da immer wieder gewartet werden muss, bis der Leim bzw. die Farben getrocknet sind. Es lohnt sich, die Farben pro Hügelzug in mehreren Schichten aufzutragen. So lange und so oft, bis Sie mit dem Resultat zufrieden sind. Nehmen Sie sich für die Entstehung der Landschaft Zeit und haben Sie Geduld!

Material:

  • verschiedene Papiere mit mind. 3 unterschiedlichen Texturen bzw. «Papierstärken» (80 – 160 g/m2)
  • Leim, Material zum Arbeitsfläche schützen, Massstab, evtl. Geodreieck, gute Schere oder Cutter, Schneidematte
  • Aquarell u/o, Tusche, Wasserfarben

Vorbereitung und alle Schritte


Schritt 1:

Im ersten Schritt geht es an die Papiersammlung: von Papiersäckchen über dünne Kartons, diversen Papieren, habe ich eine Auswahl von 6 Stück getroffen. So viele braucht es, um daraus eine Landschaft entstehen zu lassen. Nimmt man mehr, wird das Ganze zu dick wird und es wird schwierig, das Format zuzuschneiden.

Also: je mehr Papiere – und vor allem je dickere Papiere – desto dicker und schwerer wird das Resultat.
Stellen Sie sich bereits bei der Auswahl der Papiere ungefähr vor, in welchen Farben und mit welchen Texturen Sie die Landschaft erstellen wollen.


Schritt 2:

Zu Beginn wird das unterste, auf welches alle anderen Schichten gelegt werden, hingelegt. Dieses Papier wird ganz belassen und nicht angerissen.


Schritt 3:

Anschliessend jedes darauf folgende Papier so reissen, dass die Riss-Kante Teil Ihrer Landschaft wird.

  • Hinweis 1: das Papier verhält sich anders, ob man es waagrecht oder senkrecht reisst.
  • Hinweis 2: Behalten Sie die Reiss-Reste auf, um danach die Farben zu testen. Sie sehen, wie sich die Farbe auf dem Papier verhält.

Mit Leim die Papiere nacheinander aufkleben.

Nochmals: starten Sie mit dem Papier, was den «Himmel» bzw. Den Unter- oder Hintergrund repräsentiert.


Schritt 4:

Die zweit-hintereste «Hügel- oder Bergkette» folgt, dann die Nächste, bis das letzte Papier den vordersten Hügel repräsentiert.

Hinweis: bei meinem Beispiel schön zu sehen: Leimspuren können die Landschaft inspirieren! D.h. auf den Leimspuren wird die darauf anzubringende Farbe nicht, oder nicht gleich, haften.

Hinweis: Nach jedem Papier warten, bis der Leim getrocknet ist.


Schritt 5:

Die unterschiedlichen Formate sind nun zusammengeklebt und werden zum End-Format zugeschnitten.


Schritt 6:

Das End-Format entweder mit der Schere oder mit dem Cutter zuschneiden. Massstab u/o Geodreieck mit Bleistift helfen dabei.


Schritt 7:

Die Landschaft liegt vor Ihnen. Wählen Sie die gewünschten Farben (Aquarell u/o Tusche, Wasserfarbe) aus.


Schritt 8:

Ich habe für den Himmel mit einem wässrigen, gemischten Blau begonnen und dieses Nass-in-Nass aufgetragen. Danach habe ich dieses Blau mit Orange gemischt für den ersten Hügelzug. Diese Farbe habe ich dann wiederum mit Dunkelrot gemischt. Der Farbton wird so immer dunkler. Falls ihnen das Gesamte nicht gefällt, können Sie jeden Hügelzug auch nochmals neu kolorieren.

Hinweis: Interessant ist es zu sehen, wie sich die Farben auf jedem Papier anders verhalten. Experimentieren Sie, probieren Sie die verschiedenen Aquarelltechniken bzw. Farben aus. Machen Sie Versuche auf den abgerissenen Resten, malen Sie in Schichten und bleiben Sie geduldig beim Trocknenlassen der verschiedenen Schichten. Dies so lange, bis Sie mit dem Resultat zufrieden sind.
Bei mir waren es pro Landschaftsebene ca 3-5 Schichten.

Dies ist mein erster Beitrag in einer Serie von geplanten fünf. Im Beitrag nächste Woche geht es um Bewegung.